Die Geburt der Venus

Der Italiener Sandro Botticelli, der von 1445 bis 1510 lebte, prägte als Maler und Zeichner während seines Lebens die frühe Renaissance. Das Bild “Die Geburt der Venus” entstand von 1484 bis 1485 in Florenz. Es handelt sich dabei vermutlich um eine Auftragsarbeit für den reichen Kaufmann und Bankier Lorenzo di Pierfrancesco de’ Medici, einen Sohn aus der bekannten Familie Medici. Dargestellt ist nicht die eigentliche Geburt der Venus, sondern ihre anschließende Landung am Strand von Zypern. Die Venus wird der griechischen Mythologie nach aus einer Muschel geboren, welche wiederum aus Meeresschaum entsteht (Aphrodite ist das griechische Wort für Venus und bedeutet “Meeresschaumgeborene”). Mit der Ankunft der Liebesgöttin beginnt es Rosen zu regnen. Rechts im Bild ist der weibliche Genius des Frühlings abgebildet, welcher ein Blumengewand über Venus wirft. Von der linken Seite her kommen der Windgott Zephyr und seine Ehefrau Chloris und bringen den Wind, der Venus auf ihrer Jacobsmuschel ans Ufer treibt. Das Bild wird als gelungener Versuch gesehen, göttliche Mysterien aus der Antike mit neuen Erkenntnissen beispielsweise über Anatomie zu verbinden: Die Venus ist ein Ergebnis genauer anatomischer Studien, gleichzeitig wird die Bedeutung der Götter klar ersichtlich. Besonders ist das Bild außerdem, weil die Linien besonders weich gezogen sind, die Figuren scheinen zu schweben. Es ist ein Werk im “dolce stilo”, im weichen Stil, der auch nach Bottichellis Tod weiter praktiziert wird. Es ist wirkt dadurch sehr graziös und elegant.

Ein kleines Bild des Original mit gekennzeichnetem Ausschnitt wird bald gezeigt werden.