Geschichte

Besondere Kunst an einem besonderen Ort

Die Stadt Ahrensburg hat nach Vorlage des Architekten Prof. Wolfgang Stabenow  Anfang des Jahres 1990 beschlossen, die künstlerische Gestaltung der sogenannten Kunst am Bau der Baumaßnahme Eisenbahnkreuzung/ Manhagener Tunnel den Ahrensburger Frauen zu widmen.

Oft sind Tunnel dunkle und unangenehme Orte besonders für Frauen und Straßen werden weitaus häufiger nach Männern benannt, dazu wollte die Stadt Ahrensburg ein Gegenmodell schaffen.

Gemeinsam mit dem Stadtarchiv und dem Künstler Rolf Laute wurde die Idee, Frauen, die in Ahrensburg auf ihre – auch vielleicht unscheinbare Art – Geschichte geschreiben haben, künstlerisch umgesetzt. Insgesamt wurden 37 Namen durch das Ahrensburger Stadtarchiv unter Mitarbeit des Historischen Arbeitskreises Ahrensburg zusammengetragen.

Es sind Frauen aus möglichst vielen Lebensbereichen und aus unterschiedlichen Zeitepochen, die die hier erinnert wird: Arbeiterinnen, Akademikerinnen, Künstlerinnen, sozial oder politisch engagierte Bürgerinnen, aber auch Originale. So zum Beispiel Deutschlands erste Bürgermeisterin Erika Keck (1900 – 1990).

Das Konzept von Rolf Laute sah eine Innengestaltung der Tunnelwände als „Bildergalerie unter dem Motto „Galerie der Hände – gewidmet allen Ahrensburgerinnen“ vor. An jeder Wandseite sind 11 Keramik-Mosaike weibliche Hände – mal realistisch, mal abstrakt – und die Schriftfelder der Namen konzipiert gewesen; dazu in 4 Tunnelnischen Nachbildungen von bekannten Frauenstatuen.

Insgesamt wurden für die Umsetzung damals 230.000 DM von der Stadt bereitgestellt.

Die Keramik Mosaike zeigen nicht irgendwelche Hände, es sind Ausschnitte aus Klassikern der Kunstgeschichte, wie etwa „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci, der „Geburt der Venus“ von Sandro Botticelli oder aus Gemälden des 20. Jahrhunderts wie zum Beispiel „Liegende Badende“ und „Femme á la Montre“ von Pablo Picasso, „Die Journalistin Sylvia von Harden“ von Otto Dix, „Quappi mit Blume“ von Max Beckmann und anderen.

Wie alles begann:

Engagiert wurde im April 1990 aber nur Rolf Laute.

Ursprünglich war im Vertrag geregelt, dass die künstlerische Gestaltung des Tunnels  im Sommer 2012 fertiggestellt sein sollte. Die letzte Rechnungsstellung erfolgte von Rolf Laute aber im November 1995; damit waren aber erst die Frauennamen, die 4 Stauen und 11 Mosaike erstellt und bezahlt worden. Auf Vorschlag des Magistrats und mit Einverständnis von Rolf Laute wurde im Jahr 1996 beschlossen, die noch freien Flächen mit „Graffitiarbeiten“ durch Ahrensburger Schulen zu vollenden. Dies wurde im Jahr 1998 umgesetzt. Gleichzeitig mit dieser Entscheidung wurde der städtische Auftrag gelöscht und die restlichen Haushaltsmittel nicht weiter übertragen. Ein weiteres Mosaik (Velazques – Land mit Löffel) wurde ohne Auftrag von Rolf Laute vor ca. 7 Jahren (2010) angebracht. Eine Inrechnungstellung durch den Künstler erfolgte nicht, da er laut Aussage seiner Erben beabsichtigte, noch zwei weitere Mosaike herzustellen bevor er eine Gesamtrechnung der Stadt vorlege wollte. Dazu ist er nicht mehr gekommen, da er nach langer Krankheit im Sommer 2013 verstarb.

Frau Heidi Laute-Sies (geschiedene Frau von Rolf Laute) hatte sich 2014 mit dem Anliegen an die Stadt gewandt, die im Nachlass (Nachlassverwalter sind seine Kinder) befindlichen zwei fertiggestellten Mosaike sowie Skizzen für die restlichen Mosaike selbst zur Ausfertigung zu bringen. Sie ist selbst Künstlerin und hatte bereits an dem Gesamtkunstwerk mitgearbeitet.

Die Kinder, Erben von Rolf Laute, hatten mit Schreiben vom 17.10.2014 mitgeteilt, dass sie bereit sind, alle Rechte (gemeint ist das Urheberrecht und Nutzungsrecht) an den Mosaiken im Fußgänger Tunnel Manhagener Allee an die Stadt abzutreten, wenn der Auftrag zur Fortführung der künstlerischen Arbeit auf Frau Laute-Sies erteilt wird.

Die Stadtverordnetenversammlung stellte im Haushalt 2015 insgesamt 6.000 € für den Ankauf der zwei fertigen Mosaike bereit. Für die gesamte Vervollständigung waren noch rd. 20.000 € erforderlich, die die Stadtverordnetenversammlung jedoch nicht zur Verfügung gestellt hat. Sie hat am 21.9.2015 der Vervollständigung unter der Prämisse zugestimmt, dass die erforderlichen Mittel durch Spenden mindestens in Höhe von 90% zu akquirieren sind, bevor der Auftrag zur Fertigung des Mosaikes an Frau Laute-Sies erteilt werden kann.

Bis jetzt – Sachstand Juni 2017 – sind bereits 16.031,28 € von über 30 Spender*innen gespendet worden. Damit konnten 7 Mosaike finanziert werden. Eines steht noch aus. Für dieses letzte Mosaik fehlen noch insgesamt 4.028,48 €, um den Auftrag zu erteilen.

Ziel ist es die Vollendung 2017 abzuschließen.